RASPBIAN Remote Desktop mit XRDP

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Outi
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RASPBIAN Remote Desktop mit XRDP

Beitrag von Outi » 14.09.2017, 17:25

History:
14.09.2017 - V01.00 - Erste Fertigstellung



Hinweis:
Diese Anleitung/Information erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann Fehler enthalten und die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
Es wird keinerlei Haftung für Schäden und/oder Datenverluste übernommen.

Info:
Diese Anleitung setzt ein bootfähiges RASPBIAN auf SD Karte voraus (keine Lite Version !!).


Um über das Netzwerk oder Internet auf den Raspberry Pi auf die grafische Oberfläche zuzugreifen (sogenanntes Remote Desktop), gibt es mehrere Wege.
Der wohl bekannteste dürfte der Zugriff per WikipediaVNC sein.
Raspbian im aktuellen vollen Image bringt bereits serverseitig alles für VNC mit und es muss lediglich in der Konfiguration via raspi-config aktiviert und auf dem steuernden Rechner eine Software (ein sogenannter Client) installiert werden, der den Inhalt der grafischen Oberfläche darstellt.

In dieser Anleitung wird aber der Weg mit WikipediaXRDP gezeigt, da hier der Aufwand kleiner ist und unter Windows 10 Remote Desktop bereits integriert ist und keine weitere Clientsoftware eingerichtet werden muss.

Hinweis:
VNC und XRDP kommen sich unter Raspbian ins Gehege und dürfen daher nicht parallel installiert sein.
Daher ist VNC vorher zu deaktivieren, falls es bereits benutzt wurde und wird sicherheitshalber deinstalliert.

Um herauszufinden, was installiert wurde und wieder zu entfernen ist, ist folgender Befehl einzugeben:

Code: Alles auswählen

dpkg --get-selections | grep vnc
Im aktuell verwendeten Image (Stand 09/2017) kommt dabei Folgendes heraus:

Code: Alles auswählen

realvnc-vnc-server                              install
realvnc-vnc-viewer                              install
Der Server wird nun entfernt, wer möchte kann den Viewer gleich mit entfernen:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get purge realvnc-vnc-server && sudo apt-get purge realvnc-vnc-viewer
Jetzt werden die Paketquellen und Pakete aktualisiert:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade
Als nächstes folgt die Installation von XRDP:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get install xrdp
Nach dieser Installation erfolgt ein Neustart:

Code: Alles auswählen

sudo reboot
Nun wird der in Windows integrierte Remote Desktop Client konfiguriert, hier im Beispiel unter Windows 10.

Dazu wird folgendes Windowsmenü in der Startleiste aufgerufen: Start => Windows Zubehör => Remotedesktopverbindung

Daraufhin öffnet sich das windowseigene Loginfenster, welches ungefähr so aussieht:

Bild

Dort ist - wie im Bild zu sehen - im Feld Computer der Name des Raspberry Pis einzugeben, in diesem Fall raspberrypi. Hier ist ggf. der Name den eigenen Gegebenheiten anzupassen, spätestens, wenn der Pi im Netzwerk umbenannt wurde.

Als Benutzername erscheint beim ersten Login nach der Eingabe des Computernamens beim Benutzername der unveränderliche Text Nicht angegeben. Dies ist normal und der Benutzer wird in einem späteren Fenster extra und mit Passwort abgefragt.

Unten im Fenster ist noch die ausklappbare Funktion Optionen einblenden vorhanden. Hier können Verbindungsspezifische (Vor-)Einstellungen vorgenommen werden. Dies wird aber an dieser Stelle ignoriert.

Für das weitere Login ist auf die Schaltfläche Verbinden zu klicken.

Kurz wird ein Fortschrittsbalken eingeblendet, der sehr schnell durchläuft, wenn sich der Pi im selben Netzwerk befindet, wie der Windows PC.

Danach erscheint ein weiteres Login Fenster (auf türkisem Hintergrund), welches vom XRDP Server auf dem Pi nach dem Benutzer fragt:

Bild

Hier kann als Session die Voreinstellung Xorg übernommen werden. Als username wird nun der Benutzer eingetragen, der auf dem Pi dafür vorgesehen wurde. Im Normalfall handelt es sich um den Benutzer pi.
Zu dem genutzten Benutzer wird bei password das dazugehörige Passwort eingegeben. Bei einer Neuinstallation von Raspbian ist das Standardpasswort zu nehmen, ansonsten eben das, welches man bei der Installation hoffentlich geändert hat.

Nach der Eingabe der drei Felder ist auf OK zu klicken, um den Zugriff zu starten.

Wenn alle Daten korrekt waren, erscheint die grafische Oberfläche von Raspbian sehr schnell.
Das nachfolgende Bild zeigt die Oberfläche im Remote-Desktop-Fenster stark verkleinert. Selbstverständlich läuft der Bildinhalt auch im Vollbildmodus, worauf aber für die Anleitung verzichtet wurde, da auf Grund der Auflösung bei der Bearbeitung der Anleitung (1920x1200px) das Bild sehr groß geworden wäre. Der Desktop stellt sich normalerweise auf die eigene Auflösung ein und kann auch angepasst werden.

Bild

Unter XRDP ist somit ein schneller und einfacher Verbindungsaufbau möglich (je nach Netzwerggeschwindigkeit und/oder Entfernung über das Internet) ohne viel Konfigurationsaufwand.

Wichtig bei der Verbindungsbeendigung über folgenden Menüeintrag

Bild

ist, dass bei der darauffolgenden Auswahl

Bild

die richtige Auswahl angeklickt wird.

Denn Herunterfahren fährt den Raspberry Pi komplett herunter und schaltet ihn aus. Dies passiert leicht ungewollt, wenn man wenig Erfahrung mit Remote Desktop hat und eigentlich nur die Verbindung trennen wollte. Schlecht auch, wenn der Pi normalerweise im Dauerbetrieb laufen sollte und sich im schlechtesten Fall auch noch weiter weg befindet, wo man ihn nicht einfach mal eben wieder einschalten kann.

Daher ist unbedingt die Schaltfläche Abmelden zu betätigen, soll nur die Verbindung getrennt werden.

Wird der Pi Zuhause nur sporadisch benutzt, kann man ihn hier selbstverständlich auch runterfahren und bei Bedarf wieder komplett hochfahren.

Soll der Pi jedoch dauerhaft laufen, wird die Verbindung mit dem rot markierten Button einfach nur getrennt, der Pi läuft weiter, als wenn nichts gewesen wäre.

Der Mittlere Punkt Neu starten fährt den Pi runter und anschließend wieder hoch, ein Neustart eben. Danach muss die Remote Desktop Verbindung erneut gestartet werden, da diese Verbindung beim Neustart zwangsläufig getrennt wird.

Nachdem die Verbindung getrennt wurde, erscheint wieder das Remote Desktop Login vom Anfang.
Da die Verbindung geklappt hat, kann man nun diesem Zugang den Benutzer und das Passwort fest zuweisen, damit man später nur noch auf Verbinden klicken muss.

Dazu wird im Loginfenster diesmal unten die Optionenerweiterung per Klick auf Optionen einblenden geöffnet:

Bild

Dort wird nun im ersten Reiter der Benutzername (hier pi) eingegeben und die Option Speichern der Anmeldeinformationen zulassen angekreuzt.

Wird nun wieder auf Verbinden geklickt, erscheint unter Windows (hier Windows 10) die nötige Passwortabfrage:

Bild

Nach der Eingabe des Passworts vom Benutzer pi und der Aktivierung der Option Anmeldedaten speichern und dem anschließenden Klick auf OK wird erneut die Verbindung zum grafischen Desktop aufgebaut.

Wird dann die Verbindung wieder getrennt, hat sich die erste Loginmaske den Benutzernamen gemerkt (am Anfang stand nur Nicht angegeben drin). Das Passwort hat sich Windows gemerkt und beim nächsten Start entfallen diese Eingaben.

Wer das Passwort nicht speichern, sondern dieses jedes Mal als Abfrage bekommen möchte, lässt einfach die Option deaktiviert, die die Anmeldedaten speichert (das Kreuz einfach bei der entsprechenden Option weg lassen).

Die in den Optionen gemachten Einstellungen können auch extra gespeichert werden, wenn man diese auf einen anderen PC mitnehmen oder nach einer Neuinstallation des PCs wieder verwenden möchte. Hierzu gibt es die beiden Schaltflächen Speichern und Speichern unter und im umgekehrten Fall Öffnen.

Damit die Software nicht jedes Mal im Startmenü umständlich gesucht und aufgerufen werden muss, wird ein Icon auf dem Desktop erstellt.
Unter Windows 10 zieht man dazu einfach das Icon aus dem Startmenü auf den Desktop, fertig.
Das Icon sieht dann so aus:

Bild

Ein Doppelklick darauf öffnet wieder das gewohnte Verbindungsfenster, bei dem jetzt der Benutzer (hier pi) voreingestellt ist und die grafische Verbindung auf bekanntem Weg ohne große Umwege wieder hergestellt werden kann.


Fortsetzungen, Korrekturen, Änderungen möglich ....

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;) Gruß Outi :D

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